Im Sommer 2014 verbrachte ich drei Monate in Japan, um sowohl die traditionelle als auch die zeitgenössische Kultur, den Alltag und die Rituale zu erkunden. Ich besuchte unzählige Tempel, lauschte ihren Glocken und streifte durch Gärten – jeder Ort atmete in seinem eigenen, einzigartigen Rhythmus. Die Art und Weise, wie diese Erlebnisse meine Wahrnehmung von Zeit veränderten, war für mich zutiefst faszinierend.
Shadow of Bells für Klavier und Elektronik bringt diese Erinnerungen in meine musikalische Welt – nicht als Versuch, eine bestehende Struktur oder eine bestimmte musikalische Quelle nachzubilden, sondern als persönliche Reflexion. Die Elektronik dient als Schatten des Klaviers und schafft einen akustischen Raum, der das Instrument umgibt und mit ihm in Dialog tritt.
Diese Komposition entfaltet sich wie eine wandernde Reise durch imaginäre Klanglandschaften voller Stille und Resonanz. Flüssige, kristalline Passagen, spärliche Linien, ausgedehnte Akkorde und lyrische Momente wechseln sich in schneller Folge ab und spiegeln die klanglichen Kontraste einer Gesellschaft wider, die von großer Vielfalt geprägt ist.
Das Thema der Langsamkeit spielt in vielen meiner jüngsten Werke eine zentrale Rolle. Auch hier lädt das Stück den Zuhörer ein, sich von der Hektik des Alltags zu lösen und in kleinste klangliche Details einzutauchen, um ihre subtilen Veränderungen im Verlauf der Zeit zu entdecken.

Audioaufnahme vom 29. Tage Neuer Musik Festival in Weimar, mit Frank Gutschmidt, am 26. Oktober 2016
Die elektronische Komponente wird als Max/MSP-Patch realisiert.
Mac-8 Projekt – September 2025.
iPad mit der MIRA-App
Ein iPad mit der MIRA-App, das im selben Netzwerk wie der Mac betrieben wird, bietet dem Pianisten eine Echtzeit-Vorschau auf die aktuellen und kommenden Ereignisnummern.
Technische Anforderungen:
