Teil 1: Erster Preis beim Wettbewerb KLANG! 2017, Erster Preis bei CIME ICEM 2017
Der Zyklus spiegelt meine Eindrücke eines dreimonatigen Aufenthalts in Japan im Jahr 2014 wider. Während meiner Reise erkundete ich unterschiedlichste Regionen des Landes, improvisierte mit Musikern und sammelte unzählige Klangaufnahmen aus dem Alltag, von Zeremonien, der Natur und der Kultur.
Jeder der fünf Teile – die auch einzeln aufgeführt werden können – behandelt das Klangmaterial auf eine spezifische Weise.
Teil 1: immersion
Ein rascher Wechsel zwischen Klangszenerien, der zeitlich und räumlich getrennte Ereignisse in einem kontrastreichen Klangtheater überlagert.
Teil 2: expansion
Große Räume und Distanzen prägen diesen Abschnitt. Doch die friedliche Atmosphäre wird immer wieder gestört.
Teil 3: abstraction
Klänge werden in extreme Formen transformiert, wodurch sich rhythmische Schichten und dichte Texturen mit hoher Geschwindigkeit ablösen. Dieser energetische Abschnitt bildet den formalen Höhepunkt des Zyklus.
Teil 4: suspension
Der ruhende Pol des Werks: Wie in einem Traum durch einen Schleier hindurch bewegen wir uns zwischen musikalischen Impressionen der japanischen Kultur.
Teil 5: recollection
Verdichtet spezifische Klang-Erinnerungen meiner Reise und Phrasen der vorherigen Teile zu einer kurzen, abschließenden Sektion. Die Ambivalenz einiger Momente erzeugt neue klangliche Qualitäten und Beziehungen, die über das Ende des Werks hinausweisen.
Die Komposition steht in einem engen Dialog mit der japanischen Kultur und reflektiert gleichzeitig zentrale Aspekte meiner kompositorischen Arbeit: Polyphonie, Dichte, Raum und Erinnerung als strukturierende und formgebende Prinzipien.
Die fünf Teile sind folgenden Freunden gewidmet, die meine Arbeit über Jahre hinweg begleitet und unterstützt haben: Flo Menezes, Takeyoshi Mori, Jonty Harrison, Annette Vande Gorne und Karl Lubomirski.
Remembering Japan – Part 1: immersion wurde 2016 im Studio PANaroma de Música Eletroacústica da Unesp (São Paulo, Brasilien) realisiert und am 25. Juni 2016 im Rahmen des Konzerts T-Son 92: Adagio agitato am Teatro Maria de Lourdes Sekeff des Instituto de Artes da Unesp in São Paulo uraufgeführt.
Remembering Japan – Part 2: expansion, Part 3: abstraction, Part 4: suspension und Part 5: recollection entstanden im Februar 2022 im Studio des Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) in Zürich (Schweiz).
Remembering Japan – Part 3: abstraction wurde am 1. Juli 2022 während des BEAST FEaST Festivals in Birmingham (England, UK) uraufgeführt.
Der vollständige fünfteilige Zyklus Remembering Japan feierte seine Premiere am 23. Oktober 2022 im Rahmen des Festivals L’Espace du Son im Théâtre Marni in Brüssel (Belgien).
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Part 1 : immersion
Part 2 : expansion
Part 3 : abstraction
Part 4 : suspension
Part 5 : recollection