Eikasia – Repräsentation – Modell – Bild – Vergleich – Vermutung.
Diese Komposition ist meine erste Arbeit mit Physical Modeling. In all meinen vorherigen elektroakustischen Stücken habe ich stets existierende Klangquellen weiterverarbeitet. Mit Eikasia unternehme ich den Versuch, eine vergleichbare klangliche Komplexität ausschließlich durch Synthese zu erreichen – ähnlich jener, die wir von akustischen Objekten kennen.
Am Beginn der Arbeit stand die Formalisierung existierender Metall- und Saitenklänge durch physikalische Modellierungen im Computer. Während des Realisationsprozesses verglich ich die synthetisierten Klänge mit den realen Ausgangsklängen, um eine breite klangliche Skala zu erschaffen – von abstrakter Gestaltung bis hin zur realistischen Nachbildung der Originale.
Die zeitliche Strukturierung der Formteile ergab sich aus den Klängen selbst; sie entwickelte sich sozusagen organisch während des Arbeitsprozesses. Alle Klänge wurden mit dem Programm Modalys vom IRCAM realisiert.