Nach einer Reihe stark fragmentierter Werke entstand La joie ivre als durchgehend fließende Komposition, inspiriert von J. S. Bachs Motette Jesu, meine Freude. Viele der Klänge gehen aus der Transformation einer Aufnahme der Eröffnungszeile des Chorals hervor. In diesem Stück wollte ich das tiefe Gefühl von Erfüllung und Freude einfangen, das ich in Bachs Motette empfinde – zugleich aber auch aufzeigen, wie diese innere Ruhe und Glückseligkeit immer wieder durch Chaos bedroht werden können.
Um diesen Kontrast weiter herauszuarbeiten, integrierte ich drei Aufnahmen spielender Kinder, die ich während meiner Reisen in Jakarta und Lissabon gemacht habe. Jede dieser Aufnahmen spiegelt eine eigene Facette spielerischer Leichtigkeit wider und verbindet sich mit Auszügen aus der Motette sowie mit traditioneller Musik aus Afrika, Indonesien und Ungarn.
Dabei nutzte ich eine mir vertraute Technik: das Übertragen transponierter Tonquellen in ein harmonisches Raster – ein Verfahren, das sich in vielen meiner Kompositionen wiederfindet. In La joie ivre ist diese Technik jedoch besonders transparent gestaltet, sodass die klanglichen Transformationen klar hörbar werden.