Mehrtägiger Intensiv-Workshop
Musik spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Emotionen im Film. Die gleichen Bilder können völlig unterschiedlich wahrgenommen werden, je nachdem, ob sie mit spannungsgeladener, fröhlicher oder humorvoller Musik untermalt sind.
Dieser sechstägige Workshop bietet die Möglichkeit, eine eigene Komposition und Filmmusik für einen kurzen Filmausschnitt zu erstellen, bei dem die ursprüngliche Musik und der Dialog stummgeschaltet sind.
Nach einer eingehenden Analyse der Handlung, der Charaktere und der klanglichen Umgebung nutzen die Teilnehmenden virtuelle Instrumente und reale Klänge, um musikalische Themen und immersive Klanglandschaften zu entwickeln. Zudem werden der Einsatz von Audioeffekten, die Kunst des Mixings und grundlegende Mastering-Techniken vermittelt.
Die Teilnehmenden lernen die künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten beim Komponieren von Musik und Soundtracks für bewegte Bilder kennen. Am Ende des Kurses hat jede*r eine eigene musikalische Interpretation erstellt, um einen vorgegebenen Filmausschnitt klanglich zu bereichern. Kritisches Zuhören und kontinuierliches Feedback während der Woche fördern die Risikobereitschaft und stärken das Vertrauen in die künstlerischen und technischen Fähigkeiten der Teilnehmenden.
Am letzten Tag haben alle die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren und gemeinsames Feedback zu erhalten. Die Teilnehmenden sollten ihren kreativen Prozess skizzieren, darüber reflektieren, welche Elemente sich leicht integrieren ließen, und ihre zukünftige künstlerische Ausrichtung überlegen.
Session 1
Die Beziehung zwischen Musik und bewegten Bildern. Vorstellung von drei möglichen Filmausschnitten. Einführung in die Szenenanalyse.
Eine der drei Filmszenen auswählen und eine detaillierte Analyse durchführen.
Session 2
Diskussion der Szenenanalyse und Zusammenführung aller Beobachtungen. Einführung in Ableton Live.
Eine erste Melodie für die Hauptfigur mit einem virtuellen Instrument der Wahl entwickeln.
Session 3
Diskussion und Feedback zu einigen der Melodien.
Eine Melodie für eine Nebenfigur entwickeln. Beide Melodien mit Harmonien ergänzen.
Session 4
Arbeiten mit realen Klängen für Atmosphären und Foley-Effekte. Importieren dieser Klänge in Spuren in Ableton Live.
Mit tragbarem Aufnahmegerät Klänge aufnehmen, die für die Szene nützlich sein könnten.
Session 5
Organisation und Transformation realer Klänge.
Mit Klangtransformationen experimentieren.
Session 6
Zeitliche Organisation der Filmszene basierend auf der Szenenanalyse.
Musikalische Elemente und deren Abfolge skizzieren.
Session 7
Orchestrierung virtueller Instrumente.
Die Orchestrierungsrichtlinien auf die eigene Musik anwenden.
Session 8
Zeitliche Akzentuierung: Wichtige Szenenmomente mit speziellen Klängen und Effekten hervorheben.
Effekte und Hall gezielt auf bestimmte Momente der Musik anwenden.
Session 9
Mischen der verschiedenen Ebenen.
Mischtechniken auf die eigene Musik anwenden.
Session 10
Mastering der Musikspur und Synchronisation mit den Originalbildern. Export einer fertigen Version.
Das Projekt als eigenständige Videodatei mit der komponierten Musik finalisieren.
Session 11
Präsentationen, Kritik und abschließende Diskussion.
Die Teilnehmenden sollten über grundlegende Kenntnisse der Musiktheorie verfügen. Erfahrung mit einer Digital Audio Workstation wie Reaper, Logic, Ableton Live oder Cubase ist von Vorteil.
Typischerweise gibt es zwei Vorträge pro Tag, gefolgt von individuellem, praktischem Arbeiten.